Was von draußen kommt (2017)

INHALT

 

In einer stürmischen Nacht werden zwei Brüder mit einem verletzten Hasen konfrontiert und so vor die Aufgabe gestellt, ihn von seinem Leid zu erlösen.

 

Buch, Regie Produktion: Kai Gero Lenke

Kamera: Johannes Waltermann

Production Design: Carola Volles, Pernille Rivedal Hellevik

Musik: Jan S. Beyer

Schnitt: Kai Gero Lenke

Mit: Marvin W. Jones, Nils Andre Brünnig

 

Sprache: Deutsch

Länge: 11 Minuten

Gefördert durch: nordmedia GmbH, Bundesministerin für Kultur und Medien Monika Grütters (BKM), Stiftung Kulturregion Hannover

URTEIL DER FILMBEWERTUNGSSTELLE FBW:

„Mit WAS VON DRAUSSEN KOMMT hat der Filmemacher Kai Gero Lenke seine eigene Kurzgeschichte über das Verhältnis zweier Brüder verfilmt, die durch eine Notsituation nicht nur selbst ein Stück Verantwortung übernehmen müssen, sondern innerhalb einer Nacht auch die Dynamik ihrer Beziehung untereinander neu ordnen. Wie auch die Geschichte konzentriert sich die exzellente Kamera auf die beiden Brüder, die von Marvin W. Jones und Nils Andre Brünnig glaubhaft verkörpert werden. Das Spiel mit Licht und Schatten sorgt für eine unheimliche und bedrohliche Atmosphäre, wodurch die gesamte Spielsituation noch zusätzlich symbolisch aufgeladen wird. WAS VON DRAUSSEN KOMMT überzeugt als Geschwisterdrama und atmosphärisch dichtes Kammerspiel zugleich. (...) Kai Gero Lenke gelingt es, von der ersten Einstellung seines Kurzfilms WAS VON DRAUSSEN KOMMT an, eine unheilvolle, bedrückende Atmosphäre zu erzeugen. Es ist Nacht, draußen regnet es und ein Jugendlicher überrascht seinen älteren Bruder dabei, wie dieser in der Küche verdächtig herumhantiert. Es stellt sich heraus, dass er bei einer nächtlichen Spritztour mit dem Auto des Vaters ein Kaninchen überfahren hat, das noch lebt. Er verspricht, es zu töten, um es von seinem Leiden zu erlösen, doch der Jüngere findet heraus, dass er gelogen und sich vor der unangenehmen Aufgabe gedrückt hat. Er übernimmt die Verantwortung und macht so in dieser Nacht einen großen und prägenden Entwicklungssprung. Lenke erzählt diese kleine Coming-of-Age Geschichte mit großer Ernsthaftigkeit, die aber nie prätentiös wirkt. Stattdessen hat er eine Situation geschaffen, in denen junge Menschen existentielle Entscheidungen treffen müssen. Dafür hat er die passenden filmischen Mittel gefunden und souverän umgesetzt. Dies gilt sowohl für die Drehorte, Lichtsetzung, Kamera und Montage wie auch für die Auswahl und Führung der Schauspieler. Alles ist aus einem Guss und so kann dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen werden.“

 

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung FBW